Pressemitteilung
Christine Mehlo-Plath (ÖDP) schreibt Söder: Bekommt unser Landkreis einen Mini-Atomreaktor?
Die ÖDP im Landkreis Rosenheim will von CSU-Chef Söder wissen, wo er die kleinen Atomkraftwerke bauen will, die er seit Monaten immer wieder öffentlich einfordert. „Ist unser Landkreis betroffen?“, will Kreisvorsitzende Mehlo-Plath in einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten wissen. Anlässlich des 40. Jahrestages der Tschernobyl-Atomkatastrophe am 26. April „dürfte das nicht wenige Bürgerinnen und Bürger interessieren. Wo sollen die vielen Klein-Atomreaktoren hin, Herr Söder?“
Christine Mehlo-Plath verweist noch auf einen anderen Jahrestag: Am 26. April vor 28 Jahren hat die ÖDP das Volksbegehren „Kein neues Atomkraftwerk in Bayern!“ gestartet. Fünf Standorte waren im Freistaat damals für ein zusätzliches Atomkraftwerk reserviert. Das ÖDP-Volksbegehren zielte auf deren Streichung aus dem Landesentwicklungsprogramm ab. „Die Unterschriftensammlung ging so schnell, dass Edmund Stoiber diese Standorte von sich aus zurücknahm“, erinnert Mehlo-Plath „Und diese Unterschriftenliste von damals haben wir in unserer Schublade parat, falls Söder nun tatsächlich massenweise neue Klein-Atomreaktoren durchboxen will. Wir arbeiten an einer Brandauer gegen neue Atomrisiken in jedem Landkreis“.
„Die Kleinstreaktoren könnten theoretisch überall entstehen. Wir glauben aber, dass die Mehrheit der bayerischen Bürgerinnen und Bürger dieses Risiko nicht vor ihrer Haustüre haben will. Vom Wertverlust ihrer Immobilien ganz zu schweigen. Söder soll jetzt sagen, was er genau vorhat“, fordert die ÖDP-Kreisvorsitzende
Atomkraft erzeugt Abhängigkeit von Uranlieferungen aus despotisch regierten Ländern, ist die ÖDP überzeugt. „Im schlimmsten Fall können Atomreaktoren sogar ein militärisches Angriffsziel sein. Regenerativer Strom ist viel schneller verfügbar, umweltfreundlich, klimaneutral und aufgrund der dezentralen Verteilung kein Ziel für einen militärischen Angriff. Der Freistaat sollte deshalb nicht ins Atomzeitalter zurückdrängen, sondern die Energiewende voranbringen“, verlangt die ÖDP-Politikerin.
Der Brief im Wortlaut:
markus.soeder@soeder.de
mpr-buero@stk.bayern.de
landesleitung@csu-bayern.de
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Söder,
im Wahlprogramm von CDU/CSU zur Bundestagswahl werden „Small Modular Reactors“, also kleinere Atomkraftwerke befürwortet. Sie haben diese in den letzten Monaten wiederholt gefordert. Ich bitte Sie um Auskunft, wie viele davon gebaut werden sollen und wo diese stehen sollen.
Die Kleinstreaktoren könnten theoretisch fast überall entstehen. Ich glaube aber, dass die Mehrheit der bayerischen Bürgerinnen und Bürger dieses Risiko nicht vor ihrer Haustüre haben will. Vom Wertverlust ihrer Immobilien ganz zu schweigen. Deshalb bitte ich Sie, mir mitzuteilen, welche Landkreise für den Bau dieser Reaktoren in Frage kommen. Muss ich nun damit rechnen, dass ein Klein-Atomreaktor im Landkreis Rosenheim entsteht ?
Wie Sie wahrscheinlich wissen, wurde erst vor ca. 20 Jahren der AKW-Standort Marienberg bei Rosenheim u.a. auch aufgrund der von der ÖDP gesammelten Volksbegehrens-Unterschriften gestrichen.
Atomkraft erzeugt Abhängigkeit von Uranlieferungen aus despotisch regierten Ländern. Im schlimmsten Fall können Atomreaktoren sogar ein militärisches Angriffsziel sein. Regenerativer Strom ist viel schneller verfügbar, umweltfreundlich, klimaneutral und aufgrund der dezentralen Verteilung kein Ziel für einen militärischen Angriff.
Deshalb bitte ich Sie, den Ausbau regenerativer Energieerzeugungsanlagen voranzubringen und Ihre Atompläne nicht weiter zu verfolgen.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Mehlo-Plath
Kreisvorsitzende der ÖDP im Landkreis Rosenheim