Dezembergedanken

Christine Mehlo-Plath

Nach der Tradition wäre Advent die so genannte „stade Zeit“. Die sollte uns eigentlich auf das  Weihnachtswunder, die Menschwerdung Gottes damals im Stall von Bethlehem einstimmen. Was wir alljährlich erfahren ist aber oft alles andere als Besinnlichkeit und Ruhe: Es herrscht stattdessen Betriebsamkeit bis hin zur Hektik, Geschäftemacherei bis hin zum Konsumwahn. Der Konsum hat wieder Hochkonjunktur, weil sparen sich wegen der niedrigen Verzinsung immer weniger lohnt. Gelegenheiten, sein Geld loszuwerden, gibt es massenhaft. Gerade in unserer Gegend sprießen Supermärkte und Konsumtempel wie Pilze aus dem Boden. Die Baubranche jubelt und pflastert emsig die Landschaft mit Supermärkten, Zubringerstraßen und Parkplätzen voll. Üppige Lichterketten protzen an Häusern und Gärten um die Wette. Die Konjunktur brummt wieder (bis zur nächsten Finanzblase) und die milden Klimawandel-Winter tun ihr Übriges dazu. Sogar der importierte Coca-Cola-Weihnachtsmann nistet sich in unseren Weihnachtsmärkten ein und verbreitet Pseudo-Weihnachtsstimmung. Wir sollen offensichtlich nicht zum Nachdenken  und unser Konsum-Hamsterrad soll nicht zum Stehen kommen.

Aber gab es da nicht noch was Anderes ?  Ach ja: Gewissen, Mitgefühl, Verantwortung, Nächstenliebe, Weisheit, Bescheidenheit, Frieden auf Erden, Verantwortung für die Schöpfung und für nachfolgende Generationen, Gerechtigkeit, Frohe Botschaft usw.

Darum gilt auch dieses Jahr: Weniger ist Mehr !  Dies bedeutet z.B.  weniger Unnützes oder gar Schädliches schenken, dafür verantwortlich denken – vielleicht eine Spende für Notleidende oder Flüchtlinge oder einfach mehr Zeit und Aufmerksamkeit für Freunde und Familie. Papst Benedikt war hier beispielgebend, indem er aus seinem Privatvermögen Schlafsäcke an Obdachlose verteilen ließ.  Benedikt hat sich übrigens auch kürzlich eindeutig gegen das undemokratische und ungerechte Freihandelsabkommen TTIP ausgesprochen.  Das „echte Christkind“ wird es ihm danken. Wie heißt es so schön in der Weihnachtsbotschaft: „…Frieden auf Erden für die Menschen seines Wohlgefallens.“  In diesem Sinne eine gesegnete Weihnachtszeit.


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