18.09.2017

ÖDP fordert Einführung eines Erziehungsgehalts für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes.

Rainer Stadler in Bruckmühl: Einseitige Krippenförderung dient nur der Wirtschaft.

Der Journalist Rainer Stadler sprach bei der ÖDP Mangfalltal über die Problematik der einseitigen Krippenförderung. Etwa 1000,- Euro Zuschuss im Monat lässt sich der Staat einen Krippenplatz für Kleinkinder und Säuglinge derzeit kosten. Es wird behauptet, dies wäre ein Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und würde zudem die Bildungschancen der Kinder verbessern.  Das klingt gut. Stadler kritisierte aber in seinem Vortrag wie auch in seinem Buch „Vater, Mutter Staat“, dass diese Politik weniger den Familien als vielmehr den Interessen der Arbeitgeber dient. So sollen die Eltern den Bedingungen des Arbeitsmarktes angepasst werden. Der Paradigmenwechsel in der Familienpolitik setzte bereits im Jahr 2005 ein, so Stadler, wobei sich mittlerweile auch die Unionsparteien angepasst hätten.

Letztendlich werde die Abwesenheit der Eltern staatlich gefördert, nicht aber die familiäre Bindung. Wie viele Studien belegen, sei jedoch die familiäre Betreuung des Kleinkindes eine wichtige Voraussetzung für seine soziale und sprachliche Entwicklung und somit auch für die Bildung. Eine amerikanische Studie zu dem Thema wies bei den meisten der untersuchten Krippenkindern ebensoviele Stresshormone nach, wie bei vielbeschäftigten Managern. Von den Befürwortern der Krippenpolitik werden diese Gutachten aber meist ignoriert.

Im schwarz-roten Koalitionsvertrag von 2005 steht der Satz „Kinder dürfen heute nicht länger ein Hindernis für Beruf und Karriere sein.“

Dabei reiche der  Betreuungsschlüssel in den Krippen längst nicht aus, um den Kleinkindern genug Zuwendung zu gewähren. Es fehle fast überall an ausreichend Erzieherinnen. Ein anderer Nachteil der derzeitigen Elterngeldregelung sei, dass hier gut verdienende Mütter und Väter am meisten profitieren, während Mütter mit mehreren kleinen Kindern und Geringverdiener das Nachsehen haben, da die Höhe des letzten Gehaltes ausschlaggebend ist.

Durch ein sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt für alle Eltern in Höhe der Krippenförderung und während der ersten drei Lebensjahre des Kindes möchte die ÖDP diese Benachteiligung ausgleichen und zugleich eine echte Wahlfreiheit für die Eltern herstellen, ergänzte ÖDP-Kreisrätin Christine Mehlo-Plath von der ÖDP Mangfalltal.  Denn die 1000 Euro könnten von den Eltern bei Bedarf auch nach wie vor für Fremdbetreuung, z.B. für eine Tagesmutter, verwendet werden. Somit hätten die Eltern auch mehr Einfluss auf Auswahl  und Qualität der Betreuung. Das Erziehungsgehaltmodell der ÖDP sei solide durchgerechnet. Es garantiere nicht nur die nötige Nestwärme für die Kleinsten, sondern sichere auch die Zukunft der staatlichen Rente, da junge Eltern sich dann auch wieder mehr als ein Kind leisten könnten, sagte sie. Weitere Feinheiten der Familienförderung fänden sich  im Bundeswahlprogramm der ÖDP. Und auch Rainer Stadler war der Meinung: „Die ÖDP hat mit dem Erziehungsgehalt ein Alleinstellungsmerkmal in der Parteienlandschaft“.